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Thursday01 December 2022

Auftreten neuer Verhaltensformen als Reaktion auf bestimmte Milieueindrücke

Die bestimmenden Größen der Entwicklung sind Vererbung, Umwelt und Selbststeuerung.

Vererbt sind strukturell-genetische ebenso wie einzeln-genetische Spezialitäten, obendrein gewisse Instinkte und Erbkonstellationen. Aufgrund der Reifung entfalten sich die Erbanlagen im organischen Bereich und bilden die Vorbedingung und Voraussetzung für die Fortentwicklung neuer Auftretensformen,

beispielsweise Gehen, Reden, Denken. Ohne korrespondierendes Wachstum des Körpers und Weiterentwicklung von Gehirn und Nervenzellen ist die Beschaffung dieser Verhaltensformen unmöglich.

Die Wechselwirkungen zwischen Subjekt und Soziale Umgebung zeigen sich vor allem in Lernvorgängen. Lernen wird unterdies ganz allgemein definiert als Verhaltensmodifizierung oder Auftreten neuer Verhaltensformen als Reaktion auf bestimmte Milieueindrücke. Es hängt davon ab, ob die vermittelten sozialen Umgebungsreize planmäßig oder zufällig einen Lernvorgang hervorrufen, werden verschiedenartige Arten des Lernens unterschieden. Damit man überhaupt etwas erlernen mag, sollen eindeutige biologische Bedingungen erfüllt sein: Die Feinstruktur der Gehirnrinde, das heißt ein enges Netz von Nervenfaservernetzungen, muß vermöge eines idealen Lern- und Reizangebotes entwickelt werden.

Lernen und Fortentwicklung der Gehirnstrukturen haben eine konzentrierte gegenseitige Wechselbeziehung. Das Interesseverhalten und die intuitive Funktionsübung sind weitere biologische Grundlagen des Lernens.

Die beiden elementaren Besonderheiten allen Lernens sind das Induzieren (Verallgemeinern einer Lernerfahrung) und das Differenzieren (Unterscheiden entsprechender Reizaggregationen).

Essenzielle Formen des Lernens sind die bedingte Reflexreaktion bzw. die bedingte Reaktion beim Menschen und die instrumentale Programmierung; sie kommen außerdem bei Tieren vor.

Bei der bedingten Reizreaktion (klassische Programmierung) geht es darum, auf Vorsignale zu antworten. Mehrheitlich handelt es sich um Lernprozesse im biologischen Bereich; aber ebenfalls im psychischen Bereich sind bedingte Reaktionen möglich (Abwehrhandeln).

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