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Monday23 May 2022

Aktie - Sachwert und das Inflationsrisiko

Das Inflationsrisiko beschreibt die Fährnis, dass der Finanzier angesichts einer Geldentwertung einen Vermögensschaden erleidet. Dem Risiko unterliegt zum einen der Realwert des vorliegenen Eigentums, zum anderen der reale Gewinn, der mit dem Eigentum erwirtschaftet werden soll.

Effektivertrag als Orientierungsgröße

Tatsache ist: Eine Inflationsrate von z. B. vier bis fünf Prozent per annum würde in lediglich sechs Jahren zu einem Geldwertabbau von rund 25 Prozent, in einem Dutzend Jahren zu einer Halbierung der Kaufkraft des Geldvermögens führen.

Als Geldgeber sollten Sie infolge dessen auf die Realverzinsung achten: Darunter versteht man bei festverzinslichen Handelspapieren die Abweichung zwischen der Verdienstspanne und der Inflationsrate. In den meisten Wirtschaftslage- und Zinsphasen der Historie war in der BRD bislang ein positiver Realzins bei Obligationen zu beobachten.

Berücksichtigt man demgegenüber ferner die Versteuerung der Einkünfte aus Kapitaleigentum, so konnte nicht laufend eine Ausgleich des Kaufkraftschwundes erzielt werden.

Aktien als so genannte Sachwerte offerieren ebenfalls keinen präzisen Schutz gegen die Inflation. Der Grund dafür: Der Abnehmer sucht überwiegend keinesfalls den Substanzwert, stattdessen den Ertragswert der Aktie.

Je nach Höhe der Inflationsrate und dem realisierten Ertrag in Form von Dividendeneinnahmen und Kursgewinnen (oder Kursverlusten) mag sich eine negative oder eine positive Echtverzinsung ergeben.

Inflationskontinuität von Sachwerten im Vergleich zu Geldwerten

Darüber, in welchem Ausmaß eine Investition wertpersistent, daraus ergibt sich gesichert vor Geldwertschwund ist, kann keine grundsätzliche Aussage getroffen werden. Längerfristige Vergleiche haben ergeben, dass Sachwerte leistungsfähige Anlageergebnisse erzielten und angesichts dessen wertpersistenter waren als Geldwerte.

Ebenfalls in den außerordentlichen Geldentwertungen und Währungsadaptierungen nach den beiden Weltkriegen erwiesen sich Sachwerte persistenter als nominell gebundene Gläubigeransprüche. Dazwischen gab es sehr wohl längere Phasen, in denen andersherum Geldwertanlagen den Sachwertanlagen überlegen waren.

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