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Wednesday28 September 2022

Kind - Fortentwicklung im ersten Altersjahr

Das erste Altersjahr ist von außergewöhnlicher Bedeutung für die Fortentwicklung des Menschen. Entwicklung beginnt aber nicht erst nach der Niederkunft, stattdessen bereits vorher. Über die vorgeburtliche (pränatale) Entwicklung verstehen wir, daß diese mit einer extrem großen Geschwindigkeit abläuft:

Schon der Embryo verfügt über jegliche inneren Organe, und am 43. Tag ist die Konsistenz des Gehirns schon komplett ausgebildet.

Zum Start der Fötalzeit gestalten sich schon auch einzeln-genetische Merkmale heraus.

Prägnant für den Menschen ist, daß er — im Gegensatz zu allen erhöhten Säugern — unvollständig und unvollendet geboren wird. Die ihm eigenen Artattribute erwirbt er erst im Laufe des ersten Altersjahres, welches man folglich als extra-uterines Frühjahr benennt.

In dieser Dauer ist das Kind in höchstem Ausmaß dependent von seiner sozialen Umgebung, ohne Pflege wäre es keineswegs lebensfähig. Die Verwirklichungsdynamik des ersten Lebensjahres ist vergleichbar ungestüm wie in der vorgeburtlichen Periode und hat mit zu dem Namen des extra-uterinen Frühjahres beigetragen.

Die Entbindung ist wohl ein von extern gesehen drastisches Ereignis, in Wirklichkeit aber lebt der der Säugling - wenn auch external des Mutterleibes — während einiger Zeitspanne in vergleichbarer Weise weiter wie vorab der Geburt. Dieses gilt insbesondere für die ersten 8 Lebenswochen, die nachgeburtliche (postembryonale) Periode.

Sie ist charakterisiert durch nachhaltig Schlaf- und kurze Wachzeiten (eine Form der Fortsetzung des embryonalen Lebens), triebhafte Unruhebewegungen (Strampeln), Schreien und Essensaufnahme. Erst im zweiten Lebenshalbjahr nehmen die Wachzeiten und damit des Weiteren die ungeplanten Betriebsamkeiten zu.

Die reaktive Zeitspanne (vom 3. bis Schluss des 6. Monats) ist beschrieben durch bestimmte Erwiderungen auf Umweltstimuli: nachblicken, hinhören, besehen, experimentieren, greifen, schmunzeln und lallen.

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