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Sunday29 January 2023

Interaktion und Wissensdurstverhalten - Wachstum und Entwicklung

Die Bestimmungsfaktoren der Realisierung sind Vererbung, Umwelt und Selbststeuerung.

Kongenital sind strukturell-genetische wie auch einzeln-genetische Spezialitäten, zusätzlich gewisse Instinkte und Erbkonstellationen. Vermöge der Reifung prosperieren die Erbanlagen im organischen Bereich und bilden die Ausgangsebene und Grundvoraussetzung für die Entwicklung neuer Verhaltensformen, z. B. Gehen, Reden, Denken.

Bar entsprechendes Wachstum des Körpers und Entwicklungsverlauf von Gehirn und Nervenzellen ist die Aneignung dieser Verhaltensformen ausgeschlossen.

Die Wechselbeziehungen zwischen Subjekt und Umgebung zeigen sich vor allem in Lernvorgängen. Lernen wird dabei ganz allgemein definiert als Verhaltensmodifizierung oder Hervortreten neuer Verhaltensformen als Entgegnung auf bestimmte Milieueindrücke.

Je nachdem, ob die vermittelten sozialen Umgebungsreize strukturiert oder zufällig einen Lernprozess initiieren, werden verschiedene Arten des Lernens unterschieden. Damit man allgemein etwas erlernen mag, müssen charakteristische biologische Voraussetzungen erfüllt sein:

Die Feinanordnung der Gehirnrinde, das heißt ein dichtes Netz von Nervenfaserrelationen, muß auf Grund eines bestmöglichen Lern- und Reizangebotes konzipiert werden.

Erlernen und Realisierung der Gehirnstrukturen haben eine intensive gegenseitige Interaktion. Das Wissensdurstverhalten und die ungeplante Funktionsübung sind zusätzliche biologische Ausgangsebenen des Lernens.

Die beiden wichtigen Besonderheiten allen Lernens sind das Induzieren (Verallgemeinern einer Lernerfahrung) und das Distinguieren (Unterscheiden vergleichbarer Reizsituationen).

Wesentliche Formen des Erlernens sind die bedingte Reizreaktion bzw. die bedingte Erwiderung beim Menschen und die instrumentale Programmierung; sie kommen ferner bei Tieren vor.

Bei der bedingten Reflexreaktion (klassische Konditionierung) geht es darum, auf Vorsignale zu antworten. Meist handelt es sich um Lernvorgänge im biologischen Bereich; aber ebenfalls im psychischen Bereich sind abhängige Reaktionen möglich (Abwehrgebaren).

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