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Wednesday17 August 2022

Das Kind in höchstem Maß dependent von seiner Umgebung

Das erste Lebensjahr ist von außerordentlicher Bedeutung für die Entwicklung des Menschen. Fortentwicklung beginnt aber nicht erst nach der Niederkunft, statt dessen schon vorher. Über die vorgeburtliche (pränatale) Realisierung verstehen wir, daß diese mit einer überaus großen Schnelligkeit abläuft: Bereits der Embryo

besitzt jegliche inneren Organe, und am 43. Tag ist die Beschaffenheit des Gehirns bereits ganz ausgebildet. Zu Beginn der Fötalzeit formen sich schon auch separat-genetische Eigenschaften heraus.

Bezeichnend für den Menschen ist, daß er — im Kontrast zu allen erhöhten Säugern — unvollständig und unvollendet zur Welt kommt. Die ihm eigenen Artcharakteristika erwirbt er erst imZeitverlauf des ersten Altersjahres, welches man aus diesem Grund als extra-uterines Frühjahr tituliert. In dieser Zeitdauer ist das Kind in höchstem Ausmaß dependent von seiner Umwelt, ohne Pflege wäre es keineswegs lebensfähig. Die Weiterentwicklungsdynamik des ersten Altersjahres ist entsprechend stürmisch wie in der vorgeburtlichen Periode und hat mit zu dem Begriff des extra-uterinen Frühjahres beigetragen.

Die Geburt ist zwar ein von außen gesehen einschneidendes Vorkommnis, in der Realität aber lebt der der Säugling - wenn auch extern des Mutterleibes — im Verlauf einiger Zeitspanne in ähnlicher Weise weiter wie im Vorfeld der Geburt. Das gilt vornehmlich für die ersten 8 Lebenswochen, die nachgeburtliche (postembryonale) Periode. Sie ist charakterisiert durch lange Schlaf- und kurze Wachzeiten (eine Art Fortsetzung des embryonalen Lebens), ungesteuerte Unruhebewegungen (Strampeln), Schreien und Kostaufnahme. Erst im zweiten Lebenssemester nehmen die Wachzeiten und hierbei ferner die ungeplanten Geschäftigkeiten zu.

Die reaktive Dauer (vom 3. bis Schluss des 6. Monats) ist gekennzeichnet durch bestimmte Erwiderungen auf Umweltstimuli: nachblicken, hinhören, blicken, experimentieren, greifen, schmunzeln und babbeln.

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